In Briefen aus dem Jahr 1388 (Ocko tom Brock) wird Greetsiel das erste Mal urkundlich erwähnt. Hamburger Schiffe lagen damals im Hafen von Greetsiel vor Anker und hatten Zoll zu entrichten. Der Ort wurde von der Domäne Appingen aus unter den Häuptlingen der Cirksena gegründet. Während Appingen an Bedeutung immer mehr verlor, wurde Greetsiel zum Häuptlingssitz. Heute hat der Ort über 1500 Einwohner.
Seit 1972 gehört Greetsiel zur Gemeinde Krummhörn, deren Verwaltung ihren Sitz in Pewsum hat.

Zur Krummhörn gehören außer Greetsiel noch folgende Ortschaften: Campen, Canum, Eilsum, Freepsum, Grimersum, Groothusen, Hamswehrum, Jennelt, Loquard, Manslagt, Pewsum, Pilsum, Rysum, Uttum, Upleward, Visquard, Woltzeten, Woquard. Durch die Gemeindereform wurden 1972 diese 19 Ortschaften als "politische Einheit" zur Gemeinde Krummhörn zusammengefaßt. Die Entfernung zu den Städten Emden und Norden beträgt 15 - 20 km.

Bekannt wurde Greetsiel vor allem durch seinen malerischen Hafen und die Zwillingsmühlen. Der Hafen und die historischen Gebäude im Ortskern dienten in den letzten Jahrzehnten als Kulisse für Kino- und Fernsehfilme. Besondere Bekanntheit erlangte der Pilsumer Leuchtturm, der ca. 3 km von Greetsiel entfernt ist.
Zahlreiche Restaurants, Gaststätten und Geschäfte, die auch am Wochenende geöffnet haben, laden den Besucher ein, in Greetsiel zu verweilen. Ob Hotel, Pension, Ferienwohnung oder Ferienhaus - für die verschiedensten Ansprüche steht ein Angebot bereit.
Von Greetsiel aus bieten sich Tagesausflüge in die Umgebung und zu den der Küste vorgelagerten Inseln an.
Über Deichstrassen und Feldwege können Sie die Dörfer der Krummhörn gemächlich mit dem Fahrrad erreichen.

Die meisten Dörfer in der Krummhörn sind auf Rundwarften (Erdhügel zum Schutz gegen das Hochwasser) erbaut, auf deren höchster Stelle die Kirche steht. Wann die ersten Deiche entstanden läßt sich nicht genau datieren. Die Angaben reichen von 1000 n. Chr. bis in das 12. Jahrhundert.
Durch die Landschaft sowie den ständige Kampf gegen das Meer wurden natürlich die Bewohner Ostfrieslands geprägt. Typisch ist auch das Plattdeutsch, das hier gesprochen wird. Dazu aus "Uns Ostfreesland güstern un vandaag - en plattdüütscher Billerbook" Cramer-Druck 1985 aus dem Beitrag von Georg Fleßner:
Greetsiel - Well na Greetsiel kummt, sücht al van wieden de twee Windmöhlens, de hör Flögels bi gaude Wind immer noch dreihn. An de Straten na Greetsiel stahn Bomen, de sük bagen hemm, van Wind und Störm. In de lüttje Haben von Greetsiel liggen de Fiskutters. De Netten sünd noch natt un swar van't Soltwater, un en heel Bült Lü kieken tau, wenn de Granat an Land sett' word un wenn de Kutters in de Haben dreihn, um na hör Stä to komen.
Midden in't Laug steiht de Kark, 500 Jahr olt ......
Übersetzt bedeutet dieses folgendes: Wer nach Greetsiel kommt, sieht als erstes die zwei Windmühlen, die ihre Flügel bei gutem (leichtem) Wind immer noch drehen. An den Straßen nach Greetsiel stehen Bäume, die sich vom Wind und Sturm gebogen haben. In dem kleinen Hafen von Greetsiel liegen Fischkutter. Die Netze sind noch naß vom Salzwasser und viele Leute schauen zu, wenn die Krabben an Land gebracht werden und wenn die Kutter im Hafen drehen um an ihren Anleger zu kommen. Mitten im Dorf steht die Kirche, 500 Jahre alt ...

Zur Region Ostfriesland: Geographisch wird die ostfriesisch- oldenburgerische Halbinsel im äußersten Nordwesten Deutschlands als Ostfriesland bezeichnet. Zur Region gehören die der Küste vorgelagerten Inseln sowie der Festlandbereich, der in Marsch, Geest und Moor gegliedert werden kann.

Die Eindeichung der Marschen an der Küste, die Kultivierung der Moore (Fehnlandschaften) und auch die landwirtschaftliche Neuordnung der Geestflächen hat eine Landschaft mit vielen Besonderheiten hervorgebracht.
Der touristische Freizeit- und Urlaubsbereich bildet einen wirtschaftlichen Schwerpunkt für die Region. Ein großer Teil Ostfrieslands sind Naturschutzgebiete, wie die FFH/Vogelschutz-Gebiete, der Nationalpark Niedersächsisches Wattenmeer, das Flumm-Fehntjertief.

Der Leuchtturm diente bis Juni 1915 zur Befeuerung der Emshörnrinne. Dann wurde er wegen des Ersten Weltkrieges außer Betrieb genommen, um feindlichen Schiffen keine Hinweise auf die Fahrrinne zu geben. Im Oktober 1919 erfolgte die endgültige Stilllegung, da sich die Fahrrinne durch Sandablagerungen geändert hatte. Nach der Stilllegung wurde der Turm zu unterschiedlichen Zwecken und durch wechselnde Eigentümer genutzt. Sein baulicher Zustand verschlechterte sich stetig[5] und im Herbst 1972 dachte man sogar über einen Abriss nach.[6]

Statt Abriss erfolgte im Frühjahr 1973 eine aufwändige Sanierung des Leuchtturms, in deren Folge er auch erstmals den heute so bekannten rot-gelb-roten Anstrich erhielt.[7]

Seit 1998 befindet sich der Leuchtturm in Besitz der Deichacht Krummhörn, die sich seitdem um den Erhalt des Leuchtturms kümmert.

Populär wurde der Turm besonders durch den Film Otto – Der Außerfriesische des Komikers Otto Waalkes. Im Film dient der Leuchtturm Otto als Wohnung. Des Weiteren kommt der Turm in der 2003 ausgestrahlten Episode Sonne und Sturm der Fernsehreihe Tatort mit Maria Furtwängler als Kommissarin Charlotte Lindholm vor. Die Episode spielt im fiktiven Ort Nordersiel (als das benachbarte Greetsiel erkennbar).

Der Leuchtturm wird mittlerweile auch als Trauzimmer der Gemeinde Krummhörn genutzt.[8] Brautpaare und Verliebte hatten an den Fenstergittern des Leutturmes Liebesschlösser angebracht. Diese ließ die Gemeinde im Zuge der Renovierung entfernen und stellte in unmittelbarer Nähe des Turmes ein neues Gitter auf, an dem die Schlösser seither befestigt werden können.


Kostenlose Webseite von Beepworld
 
Verantwortlich für den Inhalt dieser Seite ist ausschließlich der
Autor dieser Homepage, kontaktierbar über dieses Formular!